Neue Leidenschaft: Gelli Plates

Nachdem ich einige Videos und Anleitungen im Netz gesehen hatte, bekam ich auch Appetit auf eine Gelli Plate – eine Druckplatte aus dickem, flexiblem Kunststoff für Monotypie-Drucke. Damals, vor langen Jahren in der Schule, haben wir solche Drucke gemacht, indem wir auf einer mit Farbe bestrichenen Glasplatte unsere Muster mit Pinsel oder Finger zogen und dann musste das Papier mit einer Hand-Druckwalze – möglichst schwer – angepresst werden. Bei der Gelli Plate geht das ohne Druck, dadurch, daß sie etwas nachgibt, kann man das Papier mit der Hand anpressen. Man kann so eine Gelatine-Platte auch selbst anrühren und gießen, aber das war mir irgendwie suspekt. Deshalb habe ich mir eine 8×10 inch-Kunststoffplatte aus dem Laden gegönnt.

Im Netz wurde ausdrücklich vor der „Suchtgefahr“ gewarnt – kann ich nur bestätigen! Nach den ersten Versuchen bekommt man Lust auf mehr – entweder will man andere Farbkombis ausprobieren, oder schauen, wie sich ein Druck durch weitere Aufdrucke entwickelt oder man sucht neue Ideen für Schablonen und Muster. Und verschiedene Papiere will man auch ausprobieren. Für mich ist die Platte ein richtiger „Kreativitäts-Starter“!

Was mit auch gut gefällt und einen kreativen Schubs gibt, ist, dass die Drucke erst mal kein fertiges Projekt sind. Anders als bei einer Karte oder einem Album arbeitet man also nicht auf ein bestimmtes Ziel hin – bei dem ich mich immer unter Druck setze, dass es richtig und ordentlich und, naja, perfekt, werden soll. Bei den Drucken gebe ich mir selbst die Erlaubnis zum Spielen. Einfach loslegen, paar Ideen ausprobieren und ganz gespannt warten, was zum Vorschein kommt, wenn man das angedrückte Blatt wieder abzieht. Und dann einfach den Ideen folgen, die sich dabei ergeben.

Aus den ersten Versuchen habe ich ein paar schnelle Karten und ein Minialbum gemacht – zum Ausprobieren, wie die Drucke „verarbeitet“ wirken. Sieht schon ganz vielversprechend aus!

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Ich habe ganz einfache und billige Acrylfarben genommen und eine gute Farbwalze. Meine Lieblings-Schablonen sind Spülmatten und ein Stück Dekostoff mit grobmaschigem, ungeradem Netzmuster. Für Linienmuster nehme ich Teigschaber mit Zackenkante oder einen grobgezinkter Kamm, für Kreismuster verwende ich Topfkratzer aus Plastik (diese runden, Frikadellen-förmigen Dinger), einen leeren Cherry-Tomaten-Eimer oder die Unterseite eines Eierkartons. Und dann habe ich auch noch mit Spellbinders und Sizzix-Stanzen eigene Schablonen gestanzt. Der Versuch, dazu Plastik-Registereinlagen zu nehmen, hat nur eingeschränkt funktioniert, vor allem die Spellbinders haben das Material nicht ganz durchgestanzt. Der nächste Versuch startet mit Windrad-Folie…

Bei den Papieren geht ganz normales Schreibmaschinenpapier, dünneres reißt leicht. Gut gefallen mir Drucke auf alten Buchseiten, bei denen die Schrift noch stückhaft vorscheint. Auch die Mitarbeiterzeitung meines Arbeitgebers landet ab sofort nicht mehr im Altpapier. Und Kalenderblätter (die von den drei- bzw. vierteiligen Wandkalendern fürs Büro) sind jetzt als Futter für die Gelli Plate bestimmt. Nachdem ich dann noch eine Weile geforscht habe, was denn „Deli Paper“ ist, und als Näherungslösung auf Butterbrotpapier kam, bin ich auch davon ein ganz großer Fan. Wenn man die Farbe nicht zu dick aufträgt bzw. Muster wählt, bei denen größere Lücken bleiben, scheint später beim Aufkleben noch der Untergrund durch (z.B. wieder eine alte Buchseite). Sehr effektvoll!

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Späte Weihnachts-Nachlese

Dieses Jahr gab es für fast alle Freunde und Kollegen Karten mit dem Spruch „Ä Tännschen please“, der mich jedes Mal zum Schmunzeln bringt, wenn ich ihn lese. Mit weihnachtlichem Tannenwald ausstaffiert wurde es meiner Meinung nach trotzdem nicht „klamaukig“. Hier ein paar Beispiele:

(Stanze: Sizzix/ Tim Holtz, Stempel: Butterer)

Shabby Chic in Rosa

Für Sigrid mit dem Rosa-Faible zum Geburtstag: Ein Album im Shabby Chic-Stil. Papier von Tedi, Stanzen von Spellbinders. Das Album ist aus einem alten Buch gefertigt, mal wieder nach einem Workshop der Kreativwerkstatt Langhammer.

Fotoalbum „Meeresbrise“

Für meine beste Freundin zum Geburtstag: Ein Fotoalbum für ihre Helgoland-Bilder.

Das Album ist nach einer Anleitung bzw. einem Workshop von Ursula Langhammer entstanden. Papier-Hersteller weiß ich leider nicht mehr. „Tags“ und allerlei Schnick-Schnack mit Spellbinders Schablonen gestanzt.

Hier das Cover und ein paar Beispielseiten:

Piratenkarte zum Geburtstag

Passend zu den Fotoalben gab es für meine beste Freundin eine Piratenkarte zum Geburtstag. Den Stempel mag ich supergerne – und schließlich haben wir Mädels seinerzeit zusammen die Piraten der Karibik zusammen im Kino genossen. Damals gab es in Frankfurt am Main noch das Turmkino, wo man die Filme in Originalfassung sehen konnte. Wäre soooo schön, wenn es die Möglichkeit häufiger gäbe…

Die Karte ist die von mir gerne gewerkelte „Z-Form“ (so nenne ich sie zumindest). Papier wieder von Prima, Stempel von Graphics45 und unbekannt.

Einen passenden Umschlag gab es auch, dekoriert mit einem Mini-Umschlag (das Envelope Punch Board lässt grüßen). In dem kleinen Umschlag war ein kleines Geldgeschenk – „Entwicklungshilfe“ für die Fotos. Von wem der schöne Stempel mit dem Ozeandampfer ist, der sich als „Foto“ hinter dem kleinen Umschlag versteckt, weiß ich leider nicht.

Küchenrollen-Album „Meeresbrise“

Meine beste Freundin war dieses Jahr auf der Helgoländer Düne in Urlaub und schwärmt von den Robben, der Ruhe und der Erholung, die sie dort findet. Immer, wenn sie erzählt, komme ich auch zur Ruhe und höre leises Meeresrauschen und Möwenschreie, sehe den Wind durch den Strandhafer streichen… hach, ja-ha.

Nachdem sie auch wie wild fotografiert hat – vor allem die Robben! – fand ich ein selbst-gescrapptes Fotoalbum passend. Dazu gab es eine Piratenkarte und ein Küchenrollen- Album „zum Mitnehmen“. Das große Album zeige ich später, hier erst mal das kleine Album (Papier von Prima, wenn ich nicht irre):

Das Buch hat insgesamt 6 Seiten und wird mit Schlüsselringen/-ketten zusammengehalten. An die Bindung habe ich mit Kordel noch drei kleine, maritime Charms geknüpft. In den Seiten (d.h., den Küchenrollen-Abschnitten) steckt je ein Tag, das mit Spellbinders „Tabs“ verziert ist. – Was ist eigentlich das deutsche Wort für Tab? Karteireiter? Kommt dem wohl am Nächsten…